Es wird spannend im Thema Bauzinsen. Anstelle von Zinsen für den Baukredit zu zahlen, lieber einen kleinen Zuschuss von der Bank kassieren? Das könnte für Immobilienkäufer bald real werden. Denn die Bauzinsen nähern sich aufgrund der EZB-Vorgaben der Nullmarke. Deshalb sind sogar negativ verzinste Kredite möglich.

Wieso sind die Bauzinsen gerade so niedrig?

Dass man momentan nicht mit hohen Zinsen auf  Spareinlagen rechnen kann, weiß jeder. Immer mehr Banken kündigen sogar Sparverträge. Das gute, alte Sparbuch hat offensichtlich ausgedient. Doch die Niedrigzinsphase bietet auch einen Vorteil, zum Beispiel für Immobilienkäufer: Darlehen und Kredite gibt es heute so günstig wie noch nie. Experten gehen davon aus, dass es bald zu einer 0 %-Verzinsung oder gar zu Negativzinsen kommen könnte.

In Dänemark ist es bereits soweit: Die Nordea Bank vergibt bei einer 20-jährigen Laufzeit Immobilienkredite ohne Zinsen. In Deutschland sind die Banken laut einer Analyse des Kreditvermittlers Interhyp momentan noch vorsichtig. Aber auch hier ist die Verzinsung so gering wie noch nie. Wer eine gute Kreditwürdigkeit vorweist, kann bei zehn Jahren Laufzeit je nach Anbieter mit einer Verzinsung von ca. 0,4 Prozent rechnen. Für die Analyse verglich man die Konditionen von mehr als 400 Geldgebern.

Nullprozentverzinsung oder doch gar Negativzinsen?

Die Zeiten hoher Zinsen sind schon lange vorbei. Damals gerieten viele Immobilienfinanzierungen zum Albtraum . Bereits 2016 senkte die Europäische Zentralbank (EZB) den Leitsatz für die Vergabe von Zinsen auf 0 Prozent. Banken, die sich Geld von der EZB leihen, müssen dafür also keine Zinsen zahlen. Somit können sie diese günstigen Konditionen an ihre Kunden weitergeben. Die EZB geht aber noch einen Schritt weiter und erhebt Negativzinsen auf große Sparanlagen. Das macht das Anlegen von Geld für Banken und ihre Kunden aktuell unattraktiv.

Im Gegenzug lohnt sich die Aufnahme von Krediten. Mit diesen Maßnahmen kurbelt die EZB u.a. die deutsche Wirtschaft an. Wenn es unattraktiv ist zu sparen, geben die Menschen es eher aus und die Wirtschaft floriert. Finanzexperten halten es für sehr wahrscheinlich, dass die Bauzinsen auch hier in Deutschland bei guter Kreditwürdigkeit bald auf 0 Prozent fallen könnten. Immerhin zahlen Banken aktuell 0,5 Prozent Zinsen, sollten sie überschüssiges Geld bei der EZB anlegen. Durch die Vergabe eines Kredites ohne Zinsen machen sie so zwar keine Gewinne – anders als bei der Anlage des Geldes verlieren sie aber auch kein Geld.

Was bedeuten Negativzinsen für die Bauzinsen?

Theoretisch lohnt es sich sogar, Kredite mit Negativzinsen zu vergeben (die unter besagten 0,5 Prozent liegen). Denn schließlich verschenkt die Bank trotzdem weniger Geld, als sie verlieren würde, wenn sie ihr Geld bei der EZB einlagert. Für Immobilienkäufer wäre das ein Traum. Wer einen Kredit über 100.000 Euro aufnimmt, müsste bei einer Negativverzinsung von 0,1 Prozent nur 99.900 Euro zurückzahlen. Auf Anfrage von Finanz-Szene.de teilten allerdings sowohl die Deutsche Bank als auch die Commerzbank mit, aktuell keine Kredite mit Negativzinsen zu planen.

Doch auch bei den aktuellen Niedrigzinsen dürften die Nachfrage nach Immobilien weiter steigen – und damit auch die Preise. Für Immobiliensuchende ist deshalb ausreichendes Eigenkapitalanteil entscheidend. Vernünftig ist dabei, wer nicht nur aufgrund niedriger Zinsen eine hohe Investition tätigt. Selbstverständlich muss jede Anschaffung gut kalkuliert und überlegt werden. Dann verliert auch das Schreckgespenst Immobilienblase seine Macht. Für Eigentümer könnte jetzt genau der richtige Zeitpunkt sein, um zu verkaufen. Möchten Sie Ihre Immobilie verkaufen und von der hohen Nachfrage profitieren? Dann kontaktieren Sie uns. Wir beraten Sie gerne! Mit einem Klick gelangen Sie auf unsere Kontaktseite.

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